Zahnpflege-Kaugummis

On 25. Oktober 2010, in Allgemein, Von docedelmann

Gegen Zahnpflege-Kaugummi ist aus zahnärztlicher Sicht generell nichts einzuwenden. Sie können sogar die Kaufaulheit, die in unserer Zivilisation vorherrscht, in gewisser Weise kompensieren, indem Zähne nun wieder in
ein Kaugeschehen einbezogen werden. So werden sie wieder öfter belastet, was den Kauapparat durchblutet und erhält. Gleichzeitig wird der Speichelfluss angeregt, was zu einer Reduktion der Säuren im Munde führen kann – vorausgesetzt, der Speichel ist gesund.

Nach dem Verzehr von süßen Speisen und Getränken sind Zahnpflege-Kaugummis zu empfehlen, weil sie der entstehenden Speichelübersäuerung entgegenwirken.
Haben wir eine Mundhöhle ohne Metallfüllungen und einen gesunden Speichel, dann braucht dieser etwa 4 Stunden, um nach Säureeinwirkung, z. B. durch Schokolade, wieder basisch zu werden. Der pH-Wert liegt bei einem guten Speichel bei etwa 7,4. Nach Säureeinwirkung fällt er bis auf 5,8 ins Saure. Das führt zu Schädigungen am Zahnschmelz und kann Karies und Parodontose verursachen.

Kaut man unmittelbar nach dem Genuss von Süßigkeiten ein Zahnpflege-Kaugummi, das basische Substanzen enthält, kann der saure pH-Wert sofort neutralisiert werden. Dadurch halten sich die Säureschäden, die ansonsten entstehen würden, in Grenzen oder werden sogar total vermieden.

Sind Metallfüllungen wie Amalgam oder auch Goldkronen vorhanden, ist der Speichel-pH-Wert dauerhaft im Sauren und es kommt zu Dauer-Entmineralisierung von Zahn und Knochen. Hier kann der Zahnpflege-Kaugummi nur symptomatisch helfen. Die richtige, ursächliche Behandlung wäre das Entfernen sämtlicher Zahnmetalle.
Der Einsatz von Keramikfüllungen kann hier langfristig Abhilfe schaffen.

Jeder Kaugummi, auch der Zahnpflege-Kaugummi, schadet jedoch, wenn Amalgamfüllungen vorhanden sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Amalgamfüllungs-Träger das 50-fache an Quecksilberkonzentration im Speichel tragen, die für Trinkwasser zugelassen ist. (Trinkwasser bis 1 Mikrogramm, kaudruckprovozierte Amalgamfüllungen geben bis zu 200 Mikrogramm frei).

Summa summarum kann ein Zahnpflege-Kaugummi temporär bei Säurebelastungen helfen, löst aber bei Amalgamträgern wie jeder andere Kaugummi die entsprechenden Quecksilberbelastungen aus.

Zahngold

On 18. Oktober 2010, in Zahnästhetik, Von docedelmann


Die Versorgung mit Zahngold galt über all die Jahrzehnte als die
Versorgung von Privilegierten. Zahngold hatte sogar Statussymbol.
Nach dem Krieg in Deutschland und bis heute in osteuropäischen Ländern oder fernöstlich lässt man sich sogar gesunde Zähne mit Goldkronen versehen.

Reines Gold ist in der Zahnmedizin nur als Goldhämmerfüllung möglich.
Dort, wo keine Kaudrucke herrschen, nämlich im Zahnhalsbereich, wird
reines Gold eingehämmert und es hat eine sehr gute Abdichtung und
Haltbarkeit.

Im Kaudruckbereich, das heißt im normalen Seitenzahnbereich, ist Gold zu weich und muss daher als Legierung verarbeitet werden. Es wird dem weichen Gold das harte Platin beigemischt, so dass Weißgold entsteht, das
über die entsprechende Härte verfügt.

Platin ist heutzutage sehr teuer und es kam daher seit den 80er Jahren zum Einsatz von Palladium, ein damals billiges Metall, (5,00 DM/Gramm aus der Sowjetunion). Mittlerweile kostet es allerdings ebenfalls über 50,00
Euro/Gramm und ist damit nicht mehr kostengünstig zu beschaffen.

Palladium ist allerdings ein nicht-biokompatibles Material und es ist auch nicht legierungsbeständig. Es wird durch mundgalvanische Prozesse aus dem Gold gelöst und man kann es überall im Körper wieder finden.

Gold war in der Zahnmedizin lange Zeit nicht wegzudenken. Nicht zuletzt bei der Brückenversorgung. Das Brückengerüst war ohne Metall jahrzehntelang technisch nicht umsetzbar – doch heute, seit wenigen Jahren, ist das Zirkonoxyd ins Spiel gekommen. Ein natürlicher, hoch-biokompatibler Stoff, der 10mal härter ist als Gold. Er kann zur metallfreien Versorgung von Brücken und neuerdings auch bei Implantaten verwendet werden. In der Hüftgelenksimplantologie hat er sich jahrzehntelang bewährt und wird auch als “weißer Stahl” bezeichnet.

In ästhetischer Hinsicht ist Gold negativ zu bewerten.

Einmal weil es blitzt und glänzt und jedem klarmacht: “Hier ist kein natürlicher Zahn mehr vorhanden”. Deshalb wurde die so genannte Verblendmantel-Krone (VMK) erfunden. Hier befindet sich eine Goldkappe, in den meisten Fällen aus Weißgold, unter der keramischen Verblendung.

Der Nachteil ist, dass dieses Metall gräulich durchscheint und den Zahn nicht hochästhetisch erscheinen lässt.

Weiterhin entstehen galvanische Prozess, so dass die am Kronenrand befindlichen Metallanteile das Zahnfleisch toxisch belasten, woraufhin es sich entzündlich oder degenerativ zurückzieht und die Wurzeln freilegt.

Aus der Sicht des biologisch-ganzheitlichen Zahnarztes gehören überhaupt keine Metalle in die Mundhöhle. Heute ist es technisch möglich, eine Rund-um-Versorgung mit Keramik zu erhalten. Von der Füllung (Inlay) über ein Veneer (Keramikverblendschale), der Vollkeramikkrone, der Zirkonoxyd-Verblendkeramikbrücke bis hin zum Zirkonoxydimplantat.

Allgemein bekannt ist, dass Gold und Amalgam in der Zahnheilkunde
verwendet werden. Leider haben beide entsprechende toxische und
elektro-physikalische Nachteile
und man suchte lange nach einem
adäquaten metallfreien Ersatz.

Metalle unterscheiden sich im Gegensatz zu Keramiken durch freie
Elektronen. Die freien Elektronen bewirken in Metallen die elektrische
Leitfähigkeit. Die Keramik ist ein elektrischer Isolator, wie wir von
keramischen Isolatoren in der Hochspannungstechnik wissen.

In der Zahnheilkunde verwendete Keramiken können so weder
Mundströme noch E-Smog auslösen.

Zirkonoxyd unterscheidet sich von der normalen Keramik durch
seine enorme Härte. Es ist rund 10mal härter als eine Goldlegierung.
Man bezeichnet Zirkonoxyd auch als den „weißen Stahl“.

Die Besonderheit des Zirkonoxds ist seine Biokompatibilität.
Jahrzehntelange Erfahrungen in der Hüftgelenksimplantologie zeigen, dass
Zirkonoxyd unproblematisch im Knochen einheilt.

Bei den Zahnimplantaten – eine Neuigkeit in der chirurgischen Zahnheilkunde – kann man sehen, dass sich Zahnfleisch und Knochen „wie verliebt“ an das Zirkonoxyd anlehnen. Im Gegensatz zum Metall, das Entzündungen auslöst, wie z. B. beim Titanimplantat, die so genannte Periimplantitis, finden wir beim Zirkonoxyd gesunde Verhältnisse im Knochen und am Zahnfleisch vor.

Das Zirkonoxyd wird in der Zahnheilkunde dort eingesetzt, wo früher Metalllegierungen zur Verwendung kamen, z .B. als Brückengerüst.

Zirkonoxyd wird als Block geliefert. Es ist eine natürliche Substanz, die in der Erde von Indien und Sri Lanka gefunden, zu Blocks gepresst und in CAD CAM Verfahren auf hundertstel Millimeter genau ausgeschliffen wird.

Über dieses Zirkonoxydgerüst wird dann die bekannte Keramik geschichtet oder gepresst, so dass eine Brücke entsteht, die den höchsten ästhetischen und biologischen Anforderungen entspricht.

Natürlich ist das Bleachen zuhause möglich. Aber der Effekt ist ein vergleichsweise geringer. Die Hersteller müssen Schutzvorschriften
beachten und die Konzentration des Bleachmittels darf nicht
zu hoch sein
, damit Zahnfleisch und Mundschleimhaut nicht verätzt werden. Aus diesem Grunde ist das so genannte Home-Bleaching als selbstständige Maßnahme eine zahnärztlich durchaus zu befürwortende ästhetische Maßnahme, allerdings mit dem entsprechend geringen Wirkungsgrad. Richtig auffällig weiß, wie es sich der Patient wünscht,
werden die Zähne dadurch nicht.

Chairside-Bleaching beim Zahnarzt kann mit hoch konzentrierten Bleichmitteln durchgeführt werden, weil das Zahnfleisch durch eine Zahnfleischmaske, einem dünnen plastisch aufgebrachten Kunststoffschild, vor Verätzung geschützt wird.
Damit kann z. B. bei Brite Smile- und Power Bleaching-Verfahren (ca. 3 x 20 Minuten), eine so starke
Aufhellung erzielt werden kann, dass jedem Betrachter sofort auffällt, wie weiß die Zähne sind.

Leider lässt das Ergebnis lässt mit der Zeit nach. Farbpigmente von Rotwein, Heidelbeeren, Rotkraut und
dergleichen dringen in den gebleachten Zahn ein und langsam aber sicher, nach ein bis zwei Jahren, wird
er wieder dunkler.

Dieses lässt sich durch die Kombination des Chairside mit dem Home-Bleaching vermeiden. Indem man,
bei Nachlassen des Chairside-Ergebnisses nach einem halben Jahr, mehrere Nächte in eine vom Zahnarzt gefertigte Schiene ein Home-Bleaching-Mittel füllt und diese Schiene über Nacht trägt. Damit kann man die helle Zahnfarbe
über viele Jahre erhalten.