Zahngold

On 18. Oktober 2010, in Zahnästhetik, Von docedelmann


Die Versorgung mit Zahngold galt über all die Jahrzehnte als die
Versorgung von Privilegierten. Zahngold hatte sogar Statussymbol.
Nach dem Krieg in Deutschland und bis heute in osteuropäischen Ländern oder fernöstlich lässt man sich sogar gesunde Zähne mit Goldkronen versehen.

Reines Gold ist in der Zahnmedizin nur als Goldhämmerfüllung möglich.
Dort, wo keine Kaudrucke herrschen, nämlich im Zahnhalsbereich, wird
reines Gold eingehämmert und es hat eine sehr gute Abdichtung und
Haltbarkeit.

Im Kaudruckbereich, das heißt im normalen Seitenzahnbereich, ist Gold zu weich und muss daher als Legierung verarbeitet werden. Es wird dem weichen Gold das harte Platin beigemischt, so dass Weißgold entsteht, das
über die entsprechende Härte verfügt.

Platin ist heutzutage sehr teuer und es kam daher seit den 80er Jahren zum Einsatz von Palladium, ein damals billiges Metall, (5,00 DM/Gramm aus der Sowjetunion). Mittlerweile kostet es allerdings ebenfalls über 50,00
Euro/Gramm und ist damit nicht mehr kostengünstig zu beschaffen.

Palladium ist allerdings ein nicht-biokompatibles Material und es ist auch nicht legierungsbeständig. Es wird durch mundgalvanische Prozesse aus dem Gold gelöst und man kann es überall im Körper wieder finden.

Gold war in der Zahnmedizin lange Zeit nicht wegzudenken. Nicht zuletzt bei der Brückenversorgung. Das Brückengerüst war ohne Metall jahrzehntelang technisch nicht umsetzbar – doch heute, seit wenigen Jahren, ist das Zirkonoxyd ins Spiel gekommen. Ein natürlicher, hoch-biokompatibler Stoff, der 10mal härter ist als Gold. Er kann zur metallfreien Versorgung von Brücken und neuerdings auch bei Implantaten verwendet werden. In der Hüftgelenksimplantologie hat er sich jahrzehntelang bewährt und wird auch als “weißer Stahl” bezeichnet.

In ästhetischer Hinsicht ist Gold negativ zu bewerten.

Einmal weil es blitzt und glänzt und jedem klarmacht: “Hier ist kein natürlicher Zahn mehr vorhanden”. Deshalb wurde die so genannte Verblendmantel-Krone (VMK) erfunden. Hier befindet sich eine Goldkappe, in den meisten Fällen aus Weißgold, unter der keramischen Verblendung.

Der Nachteil ist, dass dieses Metall gräulich durchscheint und den Zahn nicht hochästhetisch erscheinen lässt.

Weiterhin entstehen galvanische Prozess, so dass die am Kronenrand befindlichen Metallanteile das Zahnfleisch toxisch belasten, woraufhin es sich entzündlich oder degenerativ zurückzieht und die Wurzeln freilegt.

Aus der Sicht des biologisch-ganzheitlichen Zahnarztes gehören überhaupt keine Metalle in die Mundhöhle. Heute ist es technisch möglich, eine Rund-um-Versorgung mit Keramik zu erhalten. Von der Füllung (Inlay) über ein Veneer (Keramikverblendschale), der Vollkeramikkrone, der Zirkonoxyd-Verblendkeramikbrücke bis hin zum Zirkonoxydimplantat.

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